straight ahead

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6.4.: Perth -> Albany

Wir grüssen heute aus Albany, obwohl ihr alle erste Aufnahmen von Busselton erwartet habt (vor allem die, welche die Reiseplanung angesehen haben). Wir haben uns kurzfristig entschieden, den Süden statt wie geplant gegen, nun mit dem Uhrzeiger zu bereisen. Allerdings war der Entscheid nur halb freiwillig… denn der HERR Kübli hat beim Buchen des Campingplatzes kurz nicht aufgepasst und schon war für heute Nacht der Platz im Top-Camping in Albany statt in Busselton gebucht. Um nun die 42 A$ nicht zu verlieren, haben wir kurzerhand die Streckenführung geändert. Das hat einen zusätzlichen Vorteil: die unendliche lange Fahrt haben wir nun schon hinter uns. Denn heute sind wir rund 420 km “gebrettert”. Aber der Reihe nach…

Wir hatten gestern Abend bereits alles soweit gepackt, dass wir heute nach dem Frühstück gleich los konnten, um gegen 8 Uhr beim Vermieter zu sein. Das hat alles geklappt. 7:55 standen wir vor der noch verschlossenen Türe. Dann hatte aber das mit dem “Klappen” ein Ende. Denn irgendwie gingen wir wohl erst mal vergessen, nachdem wir uns angemeldet hatten. So sassen wir mehr als eine halbe Stunde einfach da und mussten zusehen, wie einer nach dem anderen sein Fahrzeug besteigen konnte. Schliesslich waren wir dann doch dran und die freundliche Dame hat die nötigen Angaben erfasst. Sie war erfreut, dass man uns den Wagen nicht weiter erklären musste, hatten wir doch genau dasselbe Model schon an der Ostküste. Mit dem Schlüssel gingen wir zum Fahrzeug um unsere Sachen schon mal ins Fahrzeug zu stellen. Die offizielle Übergabe (vor allem mit dem Check der Schäden) stand noch aus. Bereits beim ersten Blick auf all die Schäden und den Kilometerstand (96’000km) war für uns klar, dass dieses Fahrzeug auf jeden Fall mehr als ein Jahr alt sein musste. Wir hatten aber bewusst (um erst gar kein Risiko bezüglich Fahrleistung eingehen zu müssen) die entsprechende Option gewählt. Und wirklich, die Buchungsabteilung hatte “vergessen” die Option zu berücksichtigen. Was nun? Wir hatten drei Optionen:

  1. warten bis sie ein entsprechendes Fahrzeug organisiert haben (würde voraussichtlich bis morgen dauern)
  2. das Fahrzeug nehmen und bei der Durchfahrt nach Norden das Fahrzeug in ein anderes Modell tauschen
  3. das “falsche” Fahrzeug nehmen und uns die Kosten für die Option zurückvergüten lassen.

Die erste Option kam gar nicht in Frage, hatten wir eben schon den Camping in Albany reserviert und mussten weg. Die zweite Option hat uns abgeschreckt, weil wir wussten, wie viel Aufwand es braucht, bis alles verstaut und das Fahrzeug so eingerichtet ist, dass es passt. So blieb halt nur die dritte Option. Die freundliche und sehr kompetente junge Dame hat sich 1000 Mal entschuldigt und dann ihre Kompetenzen auch eingesetzt. Wir sind neben dem Schlüssel mit einer Flasche Wein und einem Gutschein von 50 A$ für Coles beim Vermieter weggefahren. Nun, das Fahrzeug ist halt schon ziemlich abgenutzt, das hört man nicht nur beim Fahren (es ist bedeutend lauter als das an der Ostküste). Es ist auch nicht mehr so gepflegt und überall an versteckten Stellen hat es Staub. Nun machen wir das Beste daraus und werden das eingesparte Geld einerseits für das kleine Versehen im roten Zentrum und andererseits wohl für das eine oder andere feine Nachtessen ausserhalb unseres Campers einsetzen. Vielleicht gibt es auch noch ein schönes T-Shirt.

Vom Tag selber gibt es nicht viel zu erzählen. Die Fahrt verlief gut mit einem Halt und ohne Zwischenfälle. Eigentlich erstaunlich, wie gelassen man hier den Hinweis, dass es noch 360km geht, hinnimmt… Dies obwohl hier die Road Trains wie die Henker fahren, wie ihr im Video sehen könnt. Im Video seht (resp. hört) hier auch noch unser zwischenzeitliches Entertainment.

Wenn die längste gerade Strecke von Australien zwischen Adelaide und Perth liegt, dann haben wir heute gefühlt die zweitlängste befahren. Es kam immer noch ein Hügel und noch einer und noch einer und immer zog sich die Strasse “pfiifegrad” durch die Landschaft. Ihr finden dazu zwei Fotos im Slider.

Hier im Süden ist gibt es vor allem zwei Dinge: Wein und Schafe. Wein interessiert zumindest mich nicht, bleiben also noch die Schafe. Wir fragen uns auch jetzt (wie bei den Kühen im Süden ), was die Schafe auf den braunen Felder finden. Und je südlicher man kommt, haben die Tiere auch wirklich etwas zu fressen. Der Camping ist sicher nicht mehr auf dem neusten Stand, aber sehr schön gelegen. Ein paar Schritte, und man ist am Strand. Wir haben aufgrund der “kühlen” 19° (Luft nicht Wasser) auf ein Bad verzichtet.

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Da der Bericht von heute nicht sehr ergiebig ist, wieder einmal ein paar Gedanken zu generellen Themen, die uns hier auffallen.

Gestern in Perth sind wir an einer Schule vorbeigegangen. Einmal mehr sind hier alle Schülerinnen und Schüler in Uniformen unterwegs. Es war ein schönes einheitliches Bild. Vor allem hatten alle jüngeren Kinder eine Art Schlapphut auf – ohne Ausnahme. Es gab keinen einzigen Ausreisser oder Querulant, der den Hut nur in der Hand oder gar nicht dabei hatte. Entweder hat die Schule ihre Schüler*innen dermassen unter der Knute, oder sie versteht es, den Kindern klar zu machen, dass hier ein einheitliches Auftreten erwartet wird. Eine Klasse hat sich für den Sport vorbereitet. Alle im einheitlichen T-Shirt und den (kurzen oder langen) Sporthosen. Hier haben die Lehrer kein Problem mit zu kurzen Röcken oder zu grossen Ausschnitten oder Baseball Capes oder dergleichen. Eigentlich eine gute Sache, wenn auch sicher nicht ganz billig für die Schule (oder die Eltern). Wir haben darauf verzichtet ein Foto zu machen, wir wollten ja nicht noch unter “Pädophilieverdacht” gestellt werden…

Die zweite Geschichte ist für uns Schweizer eher etwas verstörend. Wenn wir in einem Restaurant essen gehen, dann wird nach dem ALLE fertig sind, das Geschirr abgeräumt, bis auf mind. ein Glas oder so. Das sind wir uns gewohnt. Hier in Australien ist es etwas anders. Erstens wird das Geschirr abgeräumt, sobald des leer ist (oder erkennbar ist, dass man nicht mehr essen will), ungeachtet, ob noch jemand am Tisch am Essen ist. Und zweitens wird alles abgeräumt und man sitzt am leeren Tisch. Das ist etwas ungewohnt und verleitet einem dazu, den Ort möglichst rasch zu verlassen. Wahrscheinlich wollen sie das auch provozieren.

2 Gedanken zu „straight ahead

  1. Hello, also bei der „lüpfigen“ Musik hat das lange Fahren sicher Spass gemacht 😉! Liebe Grüsse aus Fort Lauterdale. Beatrice und Peter

  2. Hoi Claudia und Res
    Gottlob seid Ihr ziemlich fantasiebegabt und wisst das Wohlgefallen als Priorität einzusetzen. Herzlichst Kaethy

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