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Kategorie: Red Center

sorry, wrong side

sorry, wrong side

29.3. Alice Springs -> Erldunda Roadhouse

Ich habe mir lange überlegt, ob ich diesen Titel oder “Shit happens” verwenden soll. Ich habe mich dann für den unterhaltsamen mit einem Lacher zu meinen Lasten entschieden. Aber einmal mehr, alles der Reihe nach.

Heute morgen haben wir das Hotel in Adelaide verlassen und sind mit dem Bus zum Flughafen gefahren. Nach Singapore und Sydney ist der Flughafen von Adelaide doch sehr überschaubar. Wir gönnten uns zwei Toasts und einen Kaffee, bevor wir mit rund einer halben Stunde Verspätung das Flugzeug besteigen konnten. Da die Inlandflieger von Qantas über keine Bildschirme verfügen, kann man über das Inflight-WiFi und das eigene Gerät die angebotenen Filme sehen. Leider hat es nicht ganz für “Arsen und Spitzenhäubchen” (natürlich in Englisch) gereicht. Ich werde mir den Schluss beim Rückflug noch reinziehen. Da wir das Glück hatten, dass in unserem Dreier-Block nur wir zwei waren, konnte Claudia zum Fenster rutschen und ein paar eindrückliche Aufnahmen machen.

In Alice Springs erwartete uns dann wie erwartet blauer Himmel und heisse Temperaturen – aber eigentlich noch erträglich – ganz im Gegensatz zu den Fliegen, die anscheinend nur auf “Frischfleisch” aus dem Süden gewartet haben und uns in Schwärmen belagerten. Nach einer gefühlten Ewigkeit, kamen endlich unsere Taschen und nach einer noch längeren Ewigkeit, hatten wir auch den Schlüssel für den Mietwagen in den Händen. Gleich haben wir ihn auf dem Parkplatz auch gefunden und ich entschied mich, ihn erst aus der Parklücke zu fahren, bevor wir die Taschen einladen konnten. Erst als ich mich fragt, wo denn hier das Lenkrad ist und wo ich den Schlüssel einstecken kann, habe ich gemerkt, dass ich auf der linken Seite eingestiegen bin – wrong side! Dass mir sozusagen der gleiche Fehler innerhalb von wenigen Tagen zweimal passierte, hat mich ja schon etwas geärgert. Ganz im Gegenteil zu Claudia, die sich fast nicht mehr einrenken konnte. Auf jeden Fall fahren wir nun einen flotten weissen Toyota RAV4 AWD. Zuerst ging es in die Innenstadt zum Einkaufen, bevor wir uns auf die endlosen Strassen gegen Süden machten. Im Bilderslider gibt es ein paar Aufnahmen der Fahrt. Eigentlich haben wir erwartet, dass alles topfeben ist und die Strasse pfeifengerade. Aber weit gefehlt. Erstens gäbe es doch einige Erhebungen links und rechts der Strasse und nach ersten geraden km schlängelte sich die Strasse doch ab und zu durch die Erhebungen. 

Mit einem kurzen Halt (im Fahrzeug, wir wollten uns ja schliesslich nicht von den Fliegen fressen lassen) erreichten wir nach rund zwei Stunden das Erldunda Roadhouse. Es liegt genau an der Abzweigung vom Lassiter- und dem Stewart-Highway. Also dort wo wir sowieso abbiegen hätten müssen, um zum Uluru zu gelangen. Das Zimmer ist nicht umwerfend, aber schlangensicher und es hat sogar einen Pool, in dem wir uns kurz erfrischten. Nach dem Essen in der Taverne (endlich ein T-Bone-Steak), schauten wir uns noch den Sonnenuntergang an. Leider nicht ganz so spektakulär wie in Adelaide – aber auch nett.  

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Ach, ich bin euch noch den Inhalt für den Alternativtitel “Shit happens” schuldig. Das ist kurz erklärt:

+15km/h = – 190A$

Out of order

Out of order

Wir sind aktuell in einem absoluten Funkloch und können uns nur über ein teures Wifi vernetzen. Deshalb folgen die Berichte, sobald wir wieder bei den $-Hyänen weg sind…

Bleibt dabei, es gibt einige News.

Impressive and exciting

Impressive and exciting

30.3.: Erldunda Roadhouse -> Uluru

Heute steht das Highlight der Reise im roten Zentrum an: der Uluru (oder wie er früher hiess Ayers Rock). Bevor ich euch aber davon erzähle, spanne ich euch noch etwas auf die Folter und hole noch zwei Dinge von gestern nach. 

Wir waren ja nach der Fahrzeugübernahme in der Stadt einkaufen. Was einem sofort auffällt, ist der grosse Anteil von Aborigines. War das Stadtbild in den bisherigen Städten stark geprägt von vielen Asiaten, fehlen die hier fast völlig. Dafür sind die charakteristischen Gesichter der Ureinwohner zu sehen. Man munkelt, dass hier in Alice Springs die Aborigines und die Weissen überhaupt nicht miteinander auskommen. Dazu passt auch eine kurze Doku über die Rückbesinnung auf die Werte der Ureinwohner, die vor ein paar Tagen im Fernsehen gelaufen ist. Bei einzelnen Interviews gab es doch ziemlich kritische Stimmen von Weissen. Wie auch immer, das Erscheinungsbild, das die Aborigines hier in Alice Springs abgeben, scheint der allgemeinen Erwartung zu entsprechen. Viele sind sehr ärmlich gekleidet und viele “hängen” an den Kreuzungen und den Parks herum. Das wird aber sicher auch damit zusammenhängen, dass sie es viel schwieriger haben, eine Arbeitsstelle zu finden. Ein weiteres Problem, das die Regierung seit 2005 – anscheinend erfolgreich – bekämpft, ist das Sniffen (also Schnüffeln) von Benzin. In Australien wird ein spezielles Benzin verkauft, das weniger “flüchtige” Stoffe hat und sich somit weniger gut fürs Sniffen eignet. Gemäss einer Studie von 2015, soll in den 10 Jahren der Anteil an Süchtigen um rund 90% gesunken sein. Und sie seien auch nicht auf andere Drogen ausgewichen. Nun, Umfragen sind Umfragen und man kann da ja antworten was man will. Es ist aber zu hoffen, dass die Studie Recht hatte und diese meist armen Leute, sich nicht noch die Gesundheit ruinieren.

Und als zweiter Punkt: wir sind euch seit gestern wieder etwas näher gekommen. Durch die Reise ins «Northern Territory», konnten wir die Uhren um eine Stunde zurückstellen. Somit beträgt die Differenz aktuell noch 8.5h.

Nun aber zum eigentlich wichtigen:

Heute haben wir den Weg zum Uluru unter die Räder genommen. Nicht, ohne uns vorher mit zwei Toasts und einem Cappuccino gestärkt zu haben. Auf der Strasse gab es nichts Neues gegenüber gestern. Lange gerade Strassen, bretterflaches Land mit steppenähnlicher Fauna. Gäbe es die doch zahlreichen Büsche nicht, man könnte sicher, ähnlich wie beim Meer, am Horizont sogar die Erdkrümmung erkennen. Wir unterbrachen die Reise zweimal. Einmal um uns bei einem (dem einzigen) Roadhouse an der Strecke, einen Kaffee zu gönnten (“Instant-Coffee”, meinte der Mann hinter der Theke – was aber überraschend gut schmeckte). Und das zweit Mal, um endlich die Drohne in die Luft zu bekommen. An einem abgelegenen und menschenleeren Rastplatz liess ich das Gefährt das erste Mal kurz steigen. Es musste zwar gegen den starken Wind kämpfen und es kam sogar die Meldung auf dem Display, dass der Gyro-Motor (der die Bewegungen der Drohne ausgleichen und für ein stabiles Bild sorgen soll) überfordert sei. Nun, ihr könnt euch selber von der kurzen Aufnahme überzeugen. Darauf sieht man übrigens auch sehr schön, wie flach es hier ist. 

Dann kam ein erstes Mal Hektik auf, denn eine grosse Erhebung war in der Ferne zu sehen. Wir bereiteten schon alles vor, bei erster Gelegenheit, die ersten Fotos zu schiessen. Ein paar Kilometer später konnten wir uns wieder entspannen. Denn wir hatten erst den Mt. Connor erreicht. Bei genauerem Hinsehen hätte man schon aus der Ferne erkennen können, dass der Berg nicht die markante Form besitzt. Natürlich machten wir trotzdem ein paar Aufnahmen am «Look-Out-Point». 

So kamen wir schon ziemlich früh (kurz nach Mittag) beim Uluru an. Wir hatten den Parkpass bereits online beschafft, so dass wir direkt in den Park fahren konnten. Nach einer kurzen Beratung im Visitor-Center, und aufgrund der “frostigen” 24° :-), entschlossen wir uns, bereits heute den Base-Walk rund um den grossen Stein zu machen. So fuhren wir zum Parkplatz. Dort startet auch der Weg, der auf den Berg führt. Allerdings war er «wegen zu starkem Wind» geschlossen. Natürlich wären wir auch nicht hochgegangen, wenn er offen gewesen wäre. So viel Respekt sollte man dann schon mitbringen. Dass allerdings dann auch auf dem Rundweg ziemlich oft darauf hingewiesen wurde, in diesem oder jenem Abschnitt keine Fotos zu schiessen, ging nach meiner Meinung dann doch etwas weit. Aber wie wir Schweizer sind, wir haben uns daran gehalten. Den 10.6 km langen Rundweg, der ganz flach verläuft – wie könnte es anderes sein – brachten wir dann mit regelmässigen Trinkpausen in rund 2.5h hinter uns. Hier haben uns die in Melbourne auf dem Markt gekauften Fliegennetze gute Dienste geleistet. Es ist fast nicht auszuhalten, wenn einem die Viecher in den Mund, die Nase oder die Ohren fliegen. Die Netze halten sie zumindest vom Kopf fern. 

Erst danach sind wir zur Loge gefahren und haben unser Zimmer bezogen. Es blieb noch etwas Zeit für eine kurze Erfrischung im Pool, bevor es wieder los ging, um den Sonnenuntergang mitzuerleben. Wir hatten Glück und konnten uns einen guten Platz sichern, bevor die grosse Meute kam. Das Spektakel war dann allerdings etwas dürr. Aufgrund des aktuellen Sonnenstandes ging es relativ schnell von «Sonne auf dem Uluru» in «Schatten auf dem Uluru» über. Ich gehe davon aus, dass im Hochsommer hier noch mehr Nuancen zu erkennen sind. Sicher sind einige der Fotos trotzdem auch für die Daheimgebliebenen eindrücklich. 

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Zum Schluss noch eine Anekdote, wie die einem hier das Geld aus der Tasche ziehen. Im Preis des Mietwagens sind NUR 500 Freikilometer enthalten. Den Vermietern ist völlig klar, dass dies eigentlich für Nichts ausreicht. Denn die Fahrstrecke von Alice Springs zum Uluru ist bereits rund 500 km lang. Also hat danach, wie bei einem Taxi, der Kilometerzähler plötzlich ein $-Zeichen dran.

Early birds

Early birds

31.3.: Yulara (Uluru) -> Kata Tjuta -> Kings Canyon

Der frühe Vogel fängt den Wurm – na ja, dafür ist er dann auch schneller müde … wir auf jeden Fall.

Wie vorgesehen, läutete heute morgen um 5 Uhr (ja, ihr habt richtig gelesen «fünf») der Wecker. Wir packten unsere Siebensachen zusammen und verliessen die Unterkuft, um die Zusatzschleife zu den Kata Tjuta zu machen. Dies bedeutet eigentlich Kata = Kopf / Tjuta = viele – was beim Anblick der Hügelkette verständlich wird. Dies hatte uns schon Adi empfohlen und gestern auch die gute Frau beim InfoCenter. Eigentlich wollen wir dort auch den Sonnenaufgang miterleben – den haben wir dann aber verpasst. Trotzdem waren wir um ca. 7 Uhr bereits zu Fuss unterwegs ins “Valley of the winds”. Das Gebiet innerhalb der «Olgas» (ist eigentlich ein völlig falscher Begriff, denn «Olga» ist nur einer der Erhebungen innerhalb der Kata Tjutas – wenn auch mit beachtlichen 1000 m.ü.M, die höchste) wurde dann seinem Namen auch gerecht. Ein zügiger Wind blies durch das Tal und sogar ich trug den ersten Teil der Strecke die Jacke. Dann aber lugte immer mehr die Sonne ins Tal und man hielt den Wind gut aus. Ein weiterer Vorteil des Windes: wo es Wind hat, hat es keine Fliegen. Wir gingen bis zum «Karingana»-Look-Out, von wo man einen herrlichen Blick ins flache Land hat. Nach rund 1.5h waren wir wieder beim Auto und genehmigten uns ein Frühstücks-Müesli.

Dann begann die Tortur: 350 harte Kilometer bis zum Kings Canyon. Im Gegensatz zu den langen Fahrten im Osten oder Süden, wechselt hier die Landschaft über die gesamte Strecke praktisch nicht. Endlose gerade Stassen wechseln sich mit gelegentlichen Kurven ab. Rechts und links stets derselbe Blick in die von kleinen Büschen und Gras (falls es nicht gerade abgebrannt ist) bewachsene tiefrote Erde. Zum Glück hatte mein Navi auf dem Handy für einmal nicht recht. Denn es zeigte eine Fahrzeit von 7.5h an. Schlussendlich waren wir dann rund 4.5h unterwegs. Darin eingeschlossen sind zwei Pausen (dazu unten mehr).

Dann der nächste Schock: die Reception des «Kings Canyon Resort» findet unsere Reservation nicht. Da sie kein passendes anderes Zimmer in unserer (einfachen Budget-)Kategorie mehr frei hat, gibt uns die freundliche Dame ein Gratis-Upgrade in ein Standardzimmer mit eigenem Bad (gebucht hatten wir ein Zimmer ohne eigenes Bad). Einem geschenkten Gaul schaut man bekanntlich nicht ins Maul, weshalb ich mich nicht weiter über das Zimmer auslasse.

Vor dem Essen haben wir einmal mehr einen Sonnenuntergang genossen. Dieses Mal an den Hängen des Kings Canyon. Rein vom Farbenspiel war dieser sogar etwas besser, als der von gestern am Uluru. Das Nachtessen liessen wir uns dann im Resort-Restaurant schmecken. Zur Hauptspeise, Gemüse im grünen Curry, gönnten wir uns als Vorspeise etwas Känguru-Fleisch. Wenn wir die Tiere schon nie in freier Wildbahn zu Gesicht bekommen, wollten wir zumindest wissen, wie sie schmecken. Nun, wenn wir einen Blindtest gemacht hätten, hätten wir wohl auf Rindfleisch getippt. Es schmeckt ziemlich ähnlich und das Fleisch bleibt einem auch zwischen den Zähnen stecken … Nur die dunkle Färbung der «midium»-Fleischstücke, lassen erahnen, dass es sich um ein Wildtier handelt. 

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Um zum Schluss eine Gegebenheit, die sich heute beim Kaffe holen am gleichen Roadhouse wie gestern zugetragen hat.

Als wir vorfuhren, standen doch tatsächlich drei Töffs ausgerechnet unter dem einzigen Baum, so dass ich nur noch am Rande vom Schatten profitieren konnte. Wie waren wir aber überrascht, als wir die Nummernschilder zweier Töffs gesehen haben «BE …». Richtig «Bärner»! Natürlich sprachen wir sie an und sie erzählten, dass sie bereits rund 2 Jahre unterwegs seien und von der Schweiz über den Landweg bis nach Indien gefahren seien. Dort hätten sie nach Neuseeland eingeschifft und wären nach etlichen Kilometern dort, schliesslich in Australien gelandet. Sie werden danach noch rund ein halbes Jahr von Süd nach Nord durch Afrika fahren und dann nach total rund 3.5 Jahren wieder in die Schweiz zurückkehren. Beeindruckend ist, dass sie pro Person ein Jahresbudget von nur 15’000.- CHF haben (inkl. AHV-Beiträge, wie sie speziell erwähnten :-)). In diesem Betrag muss alles drin sein, vom Lebensunterhalt über Übernachtung bis zum technischen Unterhalt der Maschinen. Natürlich führen auch sie ein «elektronisches Tagebuch». Ihr könnt ja mal bei XTadventures reinschauen.

Gravel road or “the real outback”

Gravel road or “the real outback”

1.4.: Kings Canyon -> Glen Helen

Natürlich ist mir auch bewusst, dass DIES sicher nicht “the real outback” ist – im besten Fall die touristische Variante. Aber für uns Städter fühlte es sich schon richtig “rau” an.

Aber bevor wir den harten Teil des Mereenie-Loops in Angriff nahmen, machten wir noch einen kurzen Walk im Kings Canyon. Wir haben uns nicht für den “langen” Weg entschieden, weil wir doch etwas Respekt vor der anstehenden Fahrt hatten und den Beteuerungen des Menschen an der Rezeption, dass es in rund drei Stunden zu schaffen sei (wörtlich meinte er: “wenn Sie so schnell fahren, wie ich es nie tun würde…”) nicht richtig trauten.

Der Walk führte uns auf die südliche Krete, bis zum “no return”-Punkt des langen Walks. Denn wer von der anderen Seite hier durch geht, der kann (soll) nicht mehr zurück. Wieso haben wir nicht rausgefunden. Auf jeden Fall war es ein rechter Aufstieg, bis wir den Blick in den Canyon werfen konnten. Leider liess der Sonnenstand keine spektakulären Aufnahmen zu. Vielleicht ist die eine oder andere doch ansehnlich.

Dann endlich ging es los. Der Mereenie-Loop ist ein Teil des “Red-Center-Way”, der von Alice Springs bis zu den Kata Tjutas führt. Er ist rund 100km lang und mit ganz wenigen gefährlichen Stellen ungeteert (unsealed oder eben gravel). Der Typ an der Rezeption sagte, dass die Strasse in einem guten Zustand sei – nun, ich möchte sie nicht in einem “nicht guten Zustand” erleben. Meist ist die Strasse sehr hart und mit vielen Steinen übersät. Ich möchte die Radkästen unseres Autos jetzt nicht genauer ansehen…. Auf jeden Fall gab es zwischendurch einen ziemlichen Knall. Die Oberfläche ist dabei aber oft nicht eben, sondern von Radspuren von Road-Trains oder anderen Fahrzeugen durchzogen, die inzwischen wieder getrocknet sind. Auch gibt es viele kleine Querrillen, die sich aneinander reihen. Wer hier also weniger als 80 fährt, der wird ordentlich durchgeschüttelt. Deshalb haben wir uns an den Rat von Marlise gehalten und haben in der Regel zwischen 90 und 100 km/h auf dem Tacho. Völlig verantwortungslos, ich weiss, aber die einzige Möglichkeit, dass die Federung die Schläge schluckt und wir Insassen den Trip überleben. Wir haben ein paar Sequenzen aufgenommen – schaut also selbst

Wir sind einigen Fahrzeugen begegnet – also auch hier nichts mit “tagelang alleine und verloren” – darunter einem echten Road-Train mit zwei Anhängern. Leider waren wir zu spät mit dem Föteler und dem Handy (und die GoPro hatte ich noch nicht installiert), um die “unheimliche Begegnung” zu dokumentieren. Auf jeden Fall habe ich sicherheitshalber am Strassenrand angehalten.

Ständig hielten wir die Augen offen und hofften, ein Wildtier zu sehen. Aber weder Kängurus noch Kamele liesse sich blicken. Nicht mal ein Wildpferd konnten wir entdecken. Dann nähern wir uns einem kleinen Stock auf der Strasse, dem ich geschickt auswich. Auf gleicher Höhe erkannten wir, dass es sich hier nicht um einen Stock, sondern um eine grosse Echse handelte, die da stocksteif mitten auf der Strasse stand. Das Bremsen und sichere Anhalten dauerte dann noch ein paar Meter. Doch das Tier blieb vorerst unbeweglich stehen. Erst als wir uns näherten, bewegte es sich über die Böschung, blieb aber rund einen Meter neben der Strasse stehen und lässt sich fotografieren. Wie glücklich waren wir, doch noch ein wildes Tier gesehen zu haben.

Nach mehr als einer Stunde Tortur, hatte es unser kleiner Wagen endlich geschafft und wir haben die Abzweigung des Mereenie-Loop und des Larapinta-Drives erreicht. Kurz danach kündigt ein Schild den Abstecher nach “Gosse Bluff” an. Erst wollten wir dem Auto (und uns) den erneuten Ritt auf der unbefestigten Strasse nicht antun, entschieden uns dann doch für einen kurzen Besuch. Und das sollte sich lohnen. Denn “Gosse Bluff” ist ein Meteor-Krater mitten in der sonst topfebenen Fläche. Man fährt mit dem Auto bis in den Krater und kann dann einen kurzen Abstecher zu Fuss auf eine Erhebung machen. Von dort sieht man sehr schön den typischen Ring. Ich habe eine 360°-Aufnahme gemacht und auf unserer Facebook-Seite hochgeladen. Aber das Beste kommt noch. Als wir wieder “on the road” waren, kamen wir an einem Look-Out-Point vorbei. Auch hier wollten wir erst vorbeifahren, weil der Punkt ziemlich oben auf einem Hügel war und uns nicht nach noch mehr Bergsteigen zumute war. Dann sahen wir, dass man hochfahren kann und bogen deshalb ab. Und dies war der richtig Entscheid. Man sah von dort, wie sich der Kraterring aus der Ebene erhebt. Ein eindrückliches Bild, wie wir meinen. Deshalb hier ausserhalb des normalen Imagesliders.

Der Rest der Reise bis Glen Helen verlief dann ohne weitere Aufregungen. Dort angekommen sahen wir uns die Gorge an – hübsch, aber nicht spektakulär. Das Wasser machte uns dann auch nicht für eine Erfrischung an. Ich frage mich, wann der Tümpel das letzte Mal frisches Wasser gesehen hat….

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Und zum Schluss noch zwei Gedanken zum Tag.

Die Glen Helen Lodge hat braune Bettbezüge. Bei den staubigen Beinen und Füssen der Gäste, kann ich mir vorstellen, wieso ….

Noch ein paar Worte zur Nachtruhe. Man könnte sich ja vorstellen, dass an einem Ort, 130 km weit von der nächsten Zivilisation entfernt, die Nächte dunkel und still sein sollten. Aber nicht in Glen Helen. 1. brannte unmittelbar vor unserem Zimmer die ganze Nacht Licht und 2. lag unser Zimmer optimal zum Stromgenerator – nein nicht solarbetrieben, sondern per Diesel. Und der lief die ganze Nacht. Es war so laut, dass wir am Morgen nicht einmal die Vögel hörten….

the end of the flies?

the end of the flies?

2.4.: Glen Helen -> Alice Springs

Der heutig Tag ist rasch erzählt. Auf der Strecke von Glen Helen nach Alice Springs gibt es einige sogenannte “Gorges” – vergleichbar mit unseren Schluchten. In der Regel gibt es dort ein (in dieser Jahreszeit stehendes) Gewässer, in dem man baden könnte. “Könnte” deshalb, weil 1. der Tümpel jetzt ziemlich schal aussieht und nicht wirklich zum Baden animiert und 2. das Wasser in der Regel sehr kalt ist (auch im Sommer), weil praktisch kein Sonnenlicht bis zum Grund der Schlucht fällt. 

Das hat zwar für die Ormiston Gorge nicht gegolten, die Sonne beschien das Wasser, aber eben der erste Punkt…. Wir machten einen kurzen Walk von etwas über einer Stunde. Wir haben dann das Gesehene auf die anderen Gorges übertragen und auf weitere Abstecher verzichtet. So waren wir wieder etwas früh in Alice Springs im Hotel. Wir verbrachten den Nachmittag am Pool und ich konnte die Berichte nachführen. 

Nun haben wir also die bekanntesten (ob es die wichtigsten sind, sei dahingestellt) Sehenswürdigkeiten im roten Zentrum besucht. Wir hoffen, dass mit unserer Abreise morgen auch unsere Dauerbegleiter, die Fliegen “die Fliege machen” und uns auf dem künftigen Weg im Westen in Ruhe lassen. Auf jeden Fall haben wir die Netze weiter dabei…

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Und wieder eine Anekdote aus dem Leben im roten Zentrum. Claudia wollte eben in Woolworths Shoppingcenter einkaufen gehen. Neben Tim Tam (wir sind schon etwas auf Entzug), hatte sie auch ein Somersby und ein Wodka-Gemisch im Einkaufswagen. Etwas überraschend musste sie den Pass zeigen und der wurde sogar eingescannt. Wir haben nachgesehen. Im ganzen Northern Territory ist es Pflicht, beim Kauf von Alkohol, sich ausweisen zu müssen. Zudem gibt es Gebiete, die die Menge und auch den Zeitpunkt (bspw. erst nach 14 Uhr) einschränken. Ich kann nur spekulieren: dies soll wohl den Alkoholkonsum der (Ur-)Bevölkerung eindämmen. Soviel zur Studie (siehe Bericht Impressive and exciting), dass sich der Drogenmissbrauch NICHT vom Sniffen auf andere Drogen verlagert hätte…

Einen habe ich noch: Die Aussis haben manchmal komischen Humor… Dahinter ging es mind. noch 5 km bis zur Gorge – man sieht, wie sie bis aus dem Bild läuft.