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Kategorie: South West Coast

straight ahead

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6.4.: Perth -> Albany

Wir grüssen heute aus Albany, obwohl ihr alle erste Aufnahmen von Busselton erwartet habt (vor allem die, welche die Reiseplanung angesehen haben). Wir haben uns kurzfristig entschieden, den Süden statt wie geplant gegen, nun mit dem Uhrzeiger zu bereisen. Allerdings war der Entscheid nur halb freiwillig… denn der HERR Kübli hat beim Buchen des Campingplatzes kurz nicht aufgepasst und schon war für heute Nacht der Platz im Top-Camping in Albany statt in Busselton gebucht. Um nun die 42 A$ nicht zu verlieren, haben wir kurzerhand die Streckenführung geändert. Das hat einen zusätzlichen Vorteil: die unendliche lange Fahrt haben wir nun schon hinter uns. Denn heute sind wir rund 420 km “gebrettert”. Aber der Reihe nach…

Wir hatten gestern Abend bereits alles soweit gepackt, dass wir heute nach dem Frühstück gleich los konnten, um gegen 8 Uhr beim Vermieter zu sein. Das hat alles geklappt. 7:55 standen wir vor der noch verschlossenen Türe. Dann hatte aber das mit dem “Klappen” ein Ende. Denn irgendwie gingen wir wohl erst mal vergessen, nachdem wir uns angemeldet hatten. So sassen wir mehr als eine halbe Stunde einfach da und mussten zusehen, wie einer nach dem anderen sein Fahrzeug besteigen konnte. Schliesslich waren wir dann doch dran und die freundliche Dame hat die nötigen Angaben erfasst. Sie war erfreut, dass man uns den Wagen nicht weiter erklären musste, hatten wir doch genau dasselbe Model schon an der Ostküste. Mit dem Schlüssel gingen wir zum Fahrzeug um unsere Sachen schon mal ins Fahrzeug zu stellen. Die offizielle Übergabe (vor allem mit dem Check der Schäden) stand noch aus. Bereits beim ersten Blick auf all die Schäden und den Kilometerstand (96’000km) war für uns klar, dass dieses Fahrzeug auf jeden Fall mehr als ein Jahr alt sein musste. Wir hatten aber bewusst (um erst gar kein Risiko bezüglich Fahrleistung eingehen zu müssen) die entsprechende Option gewählt. Und wirklich, die Buchungsabteilung hatte “vergessen” die Option zu berücksichtigen. Was nun? Wir hatten drei Optionen:

  1. warten bis sie ein entsprechendes Fahrzeug organisiert haben (würde voraussichtlich bis morgen dauern)
  2. das Fahrzeug nehmen und bei der Durchfahrt nach Norden das Fahrzeug in ein anderes Modell tauschen
  3. das “falsche” Fahrzeug nehmen und uns die Kosten für die Option zurückvergüten lassen.

Die erste Option kam gar nicht in Frage, hatten wir eben schon den Camping in Albany reserviert und mussten weg. Die zweite Option hat uns abgeschreckt, weil wir wussten, wie viel Aufwand es braucht, bis alles verstaut und das Fahrzeug so eingerichtet ist, dass es passt. So blieb halt nur die dritte Option. Die freundliche und sehr kompetente junge Dame hat sich 1000 Mal entschuldigt und dann ihre Kompetenzen auch eingesetzt. Wir sind neben dem Schlüssel mit einer Flasche Wein und einem Gutschein von 50 A$ für Coles beim Vermieter weggefahren. Nun, das Fahrzeug ist halt schon ziemlich abgenutzt, das hört man nicht nur beim Fahren (es ist bedeutend lauter als das an der Ostküste). Es ist auch nicht mehr so gepflegt und überall an versteckten Stellen hat es Staub. Nun machen wir das Beste daraus und werden das eingesparte Geld einerseits für das kleine Versehen im roten Zentrum und andererseits wohl für das eine oder andere feine Nachtessen ausserhalb unseres Campers einsetzen. Vielleicht gibt es auch noch ein schönes T-Shirt.

Vom Tag selber gibt es nicht viel zu erzählen. Die Fahrt verlief gut mit einem Halt und ohne Zwischenfälle. Eigentlich erstaunlich, wie gelassen man hier den Hinweis, dass es noch 360km geht, hinnimmt… Dies obwohl hier die Road Trains wie die Henker fahren, wie ihr im Video sehen könnt. Im Video seht (resp. hört) hier auch noch unser zwischenzeitliches Entertainment.

Wenn die längste gerade Strecke von Australien zwischen Adelaide und Perth liegt, dann haben wir heute gefühlt die zweitlängste befahren. Es kam immer noch ein Hügel und noch einer und noch einer und immer zog sich die Strasse “pfiifegrad” durch die Landschaft. Ihr finden dazu zwei Fotos im Slider.

Hier im Süden ist gibt es vor allem zwei Dinge: Wein und Schafe. Wein interessiert zumindest mich nicht, bleiben also noch die Schafe. Wir fragen uns auch jetzt (wie bei den Kühen im Süden ), was die Schafe auf den braunen Felder finden. Und je südlicher man kommt, haben die Tiere auch wirklich etwas zu fressen. Der Camping ist sicher nicht mehr auf dem neusten Stand, aber sehr schön gelegen. Ein paar Schritte, und man ist am Strand. Wir haben aufgrund der “kühlen” 19° (Luft nicht Wasser) auf ein Bad verzichtet.

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Da der Bericht von heute nicht sehr ergiebig ist, wieder einmal ein paar Gedanken zu generellen Themen, die uns hier auffallen.

Gestern in Perth sind wir an einer Schule vorbeigegangen. Einmal mehr sind hier alle Schülerinnen und Schüler in Uniformen unterwegs. Es war ein schönes einheitliches Bild. Vor allem hatten alle jüngeren Kinder eine Art Schlapphut auf – ohne Ausnahme. Es gab keinen einzigen Ausreisser oder Querulant, der den Hut nur in der Hand oder gar nicht dabei hatte. Entweder hat die Schule ihre Schüler*innen dermassen unter der Knute, oder sie versteht es, den Kindern klar zu machen, dass hier ein einheitliches Auftreten erwartet wird. Eine Klasse hat sich für den Sport vorbereitet. Alle im einheitlichen T-Shirt und den (kurzen oder langen) Sporthosen. Hier haben die Lehrer kein Problem mit zu kurzen Röcken oder zu grossen Ausschnitten oder Baseball Capes oder dergleichen. Eigentlich eine gute Sache, wenn auch sicher nicht ganz billig für die Schule (oder die Eltern). Wir haben darauf verzichtet ein Foto zu machen, wir wollten ja nicht noch unter “Pädophilieverdacht” gestellt werden…

Die zweite Geschichte ist für uns Schweizer eher etwas verstörend. Wenn wir in einem Restaurant essen gehen, dann wird nach dem ALLE fertig sind, das Geschirr abgeräumt, bis auf mind. ein Glas oder so. Das sind wir uns gewohnt. Hier in Australien ist es etwas anders. Erstens wird das Geschirr abgeräumt, sobald des leer ist (oder erkennbar ist, dass man nicht mehr essen will), ungeachtet, ob noch jemand am Tisch am Essen ist. Und zweitens wird alles abgeräumt und man sitzt am leeren Tisch. Das ist etwas ungewohnt und verleitet einem dazu, den Ort möglichst rasch zu verlassen. Wahrscheinlich wollen sie das auch provozieren.

and it’s flying

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8.4.: Danmark -> Pemberton

Als erstes hier ein Foto von unserem HEUTIGEN Frühstück. Claudia meint, wir sollten zeigen, dass wir auch einmal etwas gesundes essen. Heute gab es also Müesli mit ein wenig wertvollem Honig und eine halbe Melone.

So, das wäre soweit erledigt und wir können gestärkt in den Tag starten. Gleich nach Denmark gibt es noch zwei Sehenswürdigkeiten, die wir uns ansehen wollten: das “Green Pool” und die “Elephant Rocks”. Das erstere hat für einmal den Namen nicht von den Algen, die in einem Wasserbecken schimmern, das schon lange kein frisches Wasser gesehen hat. Sondern von der Farbe des Wassers in einem geschützten Bereich unmittelbar an der sonst (wie gestern schon beschrieben) sehr rauen Küste. Vor allem die Aufnahmen der Drohne (ja, man durfte offiziell mit einer Drohne fliegen, daher rauch der Titel), zeigen dies ganz schön. Bei den Elefantensteinen geht die Geschichte von gestern mit dem “Dog-Rock” weiter. Mit genügend Phantasie kann man im mittleren grossen Stein die Form eines Elefanten erkennen. Aber eigentlich soll es ja zum Ausdruck bringen, dass dies eine sehr alte, ehrwürdige Steinformation ist. 

Den zweiten Halt legten wir im Valley of the Giants bei Walpole ein. Wir haben aber auf den Tree-Top-Walk, also das Besteigen der Stege in den Baumwipfeln, weil wir das ja schon im Osten gemacht haben. Wir begnügten uns mit einem Rundgang am Boden. Auch von dort waren die vielen sehr alten und mächtigen Bäume sehr gut zu sehen (auf jeden Fall der untere Teil davon). Und der war auch sehr interessant. Denn viel dieser Giganten sind an der Basis ausgebrannt – und stehen trotzdem noch. Die Wunden wurden ursprünglich durch Pilze und Insekten ausgelöst, die den Stamm aushöhlten. So hatten die Feuer dann leichtes Spiel den Baum von innen her auszubrennen. Die Bäume haben aber die Gabe, dass sie über die äussere Rindenschicht weiter Nahrung aus den intakten Wurzeln transportieren können und überleben so (noch ein paar Jahrhunderte…), bis sie eines Tages ein Sturm knickt oder ganz umwirft. 

Gleich danach verliessen wir die Küste und fuhren die nächsten rund 100 km wieder einmal durch endlose Wälder und, wen wundert’s, viele km gerade aus. Der Camping in Pemberton ist eigentlich nur eine “Notlösung”, weil eine Durchfahrt bis an die Westküste einfach zu lange wäre. Er liegt aber sehr malerisch an einem kleinen Bach und wir hatten genau an diesem Bach unseren Platz ausgewählt. Mal sehen, was wir morgen früh aus unserem “Schlafzimmerfenster” sehen. Die ersten gefiederten Gäste haben sich schon mal zu uns gesellt. 

Hier in Pemberton gib es eine alte Eisenbahnlinie, die eigentlich nicht mehr in Betrieb ist. Für die Touristen fährt die Bahn aber noch einmal täglich rund eineinhalb Stunden eine Strecke in den Regenwald und wieder zurück. Der Wagenpark war wohl einmal sehr umfangreich, auch mit ganzen Dampfzügen. Aktuell fährt nur noch ein dieselbetriebener Zug die Stecke. Wir haben ihn zwar nicht gesehen, aber einige Wagen standen noch da. 

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Wie oben angekündigt, konnte ich heute wieder einmal mit der Drohne fliegen und Aufnahmen machen. Ein paar Fotos seht ihr oben. Von den beiden Flügen, dem im roten Zentrum und dem von heute, habe ich eine kurze Sequenz zusammengeschnitten und auf unserem YouTube-Kanal abgelegt. Leider habe ich irgendwie beim zweiten Flug die Aufnahmetaste nicht richtig gedrückt, weshalb die spektakulärsten Aufnahmen nun nur in meinem Kopf existieren.

Da es wieder einmal ein kurzer Bericht war, hier noch eine kleine Anekdote am Rande…

Hier in Australien sieht man viele verschiedene Automarken. Vordringlich sind die Japaner (Mazda, Hyundai, Toyota) vertreten. Aber auch die grossen Wagen von Ford sind sehr beliebt. Für einige scheint der Wagen aber vor allem ein Statussymbol zu sein – eine Penisverlängerung für junge Hengste, wie ich zu sagen pflege. Die Dreckschleudern sind völlig überdimensioniert und aufgemotzt und verbrauchen wohl 15 Liter Diesel pro 100 m – äh km. Zu diesem Thema passt ein Bild, das ich gestern in der alten Walfangstation gemacht habe. Für so was braucht es mehr als ein aufgemotztes Fahrzeug (Bsp. könnt ihr im Bericht “visit the Dolphins” sehen)…

Aber eigentlich wollte ich ja eine andere Geschichte erzählen. Denn es gibt noch eine Automarke, die uns völlig fremd war: Holden. Wir haben natürlich etwas recherchiert und herausgefunden, dass dies eine echt australische Automarke ist. Ein Hr. Holden (wie überraschend) hat kurz vor dem ersten Weltkrieg begonnen hier Autokarosserien zu produzieren, nachdem er vorher vor allem im Bereich der Sattlerei tätig war. Diese Karosserien passten einerseits auf Ford-Basen – die produzieren dann aber selber in einem Werk in Australien – anderseits aber auch auf Modelle von GM, und Chevrolet. Nachdem es dem Unternehmen nicht mehr so gut ging, wurde es von GM übernommen. Das sieht man auch heute noch sehr gut, ähneln die Fahrzeuge doch stark den Opel- oder Vauxhall-Modellen der 80-er Jahre. Selbst die Namen wurden übernommen. So fahren hier tatsächlich noch “Commodore” herum. Ein Modellnamen, den es in Europa seit wohl dreissig Jahren nicht mehr gibt. Natürlich gibt es auch hier Aufmotzkits für unterdotierte junge Herren – aber ich will mich nicht wiederholen. Nach einigen Auf und Ab hat die Firma nun im 2017 die Produktion endgültig eingestellt. So stirbt ein weiteres Stück australische Identität. Allerdings wird man die Fahrzeuge noch lange auf den Strassen sehen.

Stingray

Stingray

9.4.: Pemberton -> Margaret River

Heute haben wir zwei weitere Highlights erleben dürfen. Nach der Fahrt von Pemberton an die Westküste (rund 160km) – mit der Geschichte mit dem Wald will ich euch heute nicht wieder langweilen – besuchen wir den phantastischen Strand von Hamelin Bay. Auch wenn der dortige Strand kilometerlang ist, so ist er nicht (nur) fürs Baden bekannt. Vielmehr kommen die Menschen vor allem wegen einem Tier hierher, das man im normalen Leben eher nicht zu Gesicht bekommt: dem Rochen (oder eben Stingray). Wir haben zwei Arten von Rochen gesehen: den Smooth- und den Eagle-Rochen. 

Dabei ist der Smooth bedeutend grösser und hat einen langen Schwanz mit einem Stachel. Wenn ich mich richtig erinnere, dann ist der bekannte Australische Wildfilmer Steve Irwin (bekannt unter “The Crocodile Hunter”) von so einem Stachelrochen ins Herz gestochen worden und ist gestorben. Nun, mit dem nötigen Respekt haben wir uns dem Wasser genähert. Erst waren nur wenig Leute da und die beiden Rochen schwammen eher dem Ufer entlang, als näher zu kommen. Dann aber tauchte ein Mann auf, der hatte Sardinen dabei. Dies lockte die beiden an und schon bald waren sie, umringt von einem Dutzend Leuten, praktisch auf dem Strand. Wir schossen unsere Bilder und wollten schon bald wieder etwas Abstand nehmen, da schwamm der grössere direkt auf mich zu. Erst wollte ich noch eine Unterwasseraufnahme machen – dann war es für eine “Flucht” bereits zu spät. Er schwamm genau zwischen meine Füsse und schlug mit den “Flügeln” ans Schienbein. In der Brandung und dem Sand hatte ich auch so schon keinen guten Stand und seine Berührungen (und mein Schrecken) brachten mich vollends aus dem Gleichgewicht. Zum Glück konnte ich mit einem grossen Schritt zur Seite ausweichen (knapp neben dem kleinen Rochen) und so kam niemand zu Schaden. Dies und noch einiges mehr, könnt ihr im Video auf dem YouTube-Kanal sehen. Sorry für die unterschiedlichen Formate darin – es ist ein Zusammenschnitt vom iPhone von Claudia und meiner GoPro. Da YouTube wieder etwas gegen meine Begleitmusik hatte, musste ich sie ändern. Das Original könnt ihr hier sehen.

Man kann natürlich sagen, dass dies eine Art Tierquälerei sei – aber hei, sie haben den ganzen Indischen Ozean hinter sich und können frei wegschwimmen, wenn sie genug haben (das werden sie wohl dann auch nach einiger Zeit machen). Viel schwieriger ist die Frage, gehen die Leute (und so auch wir) ein zu hohes Risiko ein, mit einem eigentlich so gefährlichen Tier. Natürlich ist in 99.99% der Fälle ein Rochen friedliebend und verhält sich so, wie es in den Reiseführern beschreiben ist (“streift über die Füsse und lässt sich streicheln…”). Aber wie der Fall Irwin zeigt, ist es manchmal rasch passiert. Nun, wir haben es überlebt und es war ein tiefgehendes Erlebnis, diese anmutig im Wasser “fliegenden” Tiere beobachten zu dürfen. Noch schöner wäre es für mich, einmal einem Manta (nein nicht dem Auto, davon hatte ich ja zwei) begegnen zu dürfen. Ich hänge die entsprechenden Bilder gleich hier drunter.

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Erst wollten wir noch einen “Schwumm” nehmen, aber an einer Stelle waren die Stringray, an einer anderen nur Steine und Kies und an der dritten Stelle, wo wir es versuchten, war nach ein paar Meter alles voller Seegras (oder hier wohl eher Meergras). Zudem fanden wir es etwas “gspässig”, dass an diesem endlosen Strand NICHT EINE Person im Wasser war. Also zogen wir uns ins Auto zurück um die nassen Kleider zu wechseln.

Der nächste Halt legten wir bei der Lake Cave ein. Das Gebiet hier um Margaret River ist voll von Höhlen. Viele sind zu wenig sicher und damit nicht begehbar. Aber einige sind für die Touristen (und natürlich auch für Einheimische, aber die kommen wohl nicht) zugänglich. Wir haben uns für diese Grotte entschieden, weil sie die einzige ist mit einem See. Zwar ist sie auch die kleinste, aber, wie der Guide sagte, auch die “feinste”. Sie ist übrigens auch die tiefste, was sich in 350 Treppenstufen bemerkbar machte – weniger beim Abstieg, als beim Aufstieg … Die Führerin hat uns in die Geheimnisse dieser Höhle eingeweiht. So ist sie um 1897 (das zweite Mal) gefunden worden. Wieso “zum zweiten Mal”? Die Frau, die die Höhle eigentlich entdeckt hat, wollte ihren Fund der Familie erzählen, die einige Kilometer weit weg wohnten. Sie fand den Eingang aber nicht mehr und erst dreissig Jahre später fand ein Bruder der Frau die Höhle wieder. Ab der Jahrhundertwende wurde sie dann für Besucher geöffnet. So konnten wir heute, rund 120 Jahre später, ebenfalls in den Untergrund. Es gab ganz faszinierende Elemente – der See war nur eines davon. So hing ein ganzer Stalagmiten/Stalaktiten-Block einfach so über dem See. Man geht davon aus, dass das Wasser über Jahrhunderte den Untergrund weggewaschen hat und so diese Säule frei schweben lässt. Zudem haben wir gelernt, dass wenn es einen grossen Stalaktit (also der von der Decke) gibt, dann ist der Stalagmit nur klein – und umgekehrt. Eigentlich logisch, denn irgendwo muss der Kalk ja hängen bleiben. Aber auch sonst hatte es ganz spezielle Formen. So hängen Skulpturen in der Form eines Teils eines Papierbogens von der Decke. Dies entsteht, wenn das Wasser eine schräge Kante runterläuft und eben immer etwas Kalk an der Decke “kleben” bleibt. Trotz der Anstrengung beim Aufstieg, war dies ein absolut lohnenswerter Ausflug. Und trotz Blitzverbot, sind mir ein paar gute Aufnahmen (wie ich finde) gelungen.

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Der Camping in Margaret River ist ganz ordentlich – nicht umwerfend, aber nett und für eine Nacht absolut ok. Wir haben uns einen Burger gebraten und Tomatensalat dazu gegessen. Beim Abwaschen haben wir (natürlich) gleich noch andere Schweizer getroffen, die ihre zweimonatige Tour eben erst begonnen haben. Sie werden aber, ganz Winterfahrplan, vor allem im Norden unterwegs sein.

Und noch etwas haben wir herausgefunden: Rolla’s sind hier eine eigene Marke. Kannst du, Sandra, uns das erklären? Am besten gleich als Kommentar hier drunter 🙂

except expenses have been nothing

except expenses have been nothing

10.4.: Margaret River -> Busselton

Ganz so schlimm war es dann doch nicht. Natürlich hatten wir Spesen, aber wir haben doch auch einiges gesehen. Allerdings waren wir von der ersten Station schon etwas enttäuscht. Wir haben das Cape Naturalist (hat, also nichts mit FKK zu tun) besucht. Doch erstens war der Leuchtturm (wie so oft das Münster in Bern) dick eingepackt – wahrscheinlich friert es im Winter und zweitens war der spannendste Augenblick die Entdeckung einer Känguruspur. Wann man allerdings über die Weite des Meeres philosophieren und seinen Gedanken nachhängen will, dann ist man hier wohl am richtigen Platz. Wenn…, ja wenn da nicht wieder die lästigen Viecher wären. Dauerwedeln war angesagt, weil wir die Schutzanzüge im Auto gelassen hatten. Wir liessen es bei einem kurzen Rundweg bewenden und flüchteten ins Auto. Dass sich der Ausflug an die westlichste Stelle von Südwestaustralien doch noch gelohnt hat, lag am Bunker Bay Beach. Claudia sah von der Strasse aus (ja, durch die Bäume hindurch) einen Strand und so bogen wir spontan bei der nächsten Strasse in diese Richtung ab. Was sich uns da eröffnete, war phantastisch. Ein fast endloser Strand mit einer Wasserfarbe, die kennt man sonst nur von der Karibik. Sogar einen grossen dicken Fisch haben wir vorbeischwimmen sehen. Leider gab es da überhaupt keine Chance auf ein bisschen Schatten, deshalb (und wohl auch ein wenig wegen des grossen Fisches) verzichteten wir auf ein Bad. 

Stattdessen fuhren wir zum Camping in Busselton. Ein Big4 mit gutem Standard. Wir haben einen perfekten Platz unter Bäumen, so dass wir von der Sonne (die heute übrigens uneingeschränkt scheint) geschützt sind. Am späteren Nachmittag besuchten wir den Busselton-Jetty. Ein Jetty ist ein Steg, der ziemlich weit ins Meer hinausführt. Dieser ist fast 2km lang.

Er diente früher als Anlegestelle für Fracht- und Personenschiffe. Dies war 1865 (also hundert Jahre vor meinem Geburtstag) eine Antwort der hiesigen Regierung und Wirtschaft darauf, dass die Schiffe die flache Bucht nicht anlaufen konnten und so die besser erreichbaren Ziele weiter im Norden bevorzugten. Dadurch gingen hier viele Steuern und der Tourismus verloren. Die Waren und Personen wurden dann mit einem Zug zum Festland befördert. 1972 schliesslich war Schluss als offizieller “Hafen” und das Teil verfiel. Danach bildete sich eine Bürgerinitiative, die genügend Geld sammelten, um den Jetty wieder auf Vordermann zu bringen und sogar die Bahn (nun nicht mehr per Dampf betrieben) wieder auferstehen zu lassen.

Natürlich sind wir die rund 4 km (hin und zurück) zu Fuss gegangen und haben den anstehenden Sonnenuntergang beobachtet. Etwa auf halbem Weg kreuzten noch ein paar Delphine unseren Weg (resp. den Jetty). Wenn das Wetter Morgenabend wieder gut sein sollte, werde ich, wie heute einige andere, noch ein paar Drohnenaufnahmen machen… ich freue mich schon darauf.

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risotto vegetariano

risotto vegetariano

Fast wäre ich geneigt, das zum Highlight des Tages zu erküren. Es war wieder ein perfektes Nachtessen – mit Geduld und Liebe zubereitet. Wir haben es genossen (sowohl das Kochen, wie das Essen). Aber eben nur “fast”. Denn es gab da noch eine kurze Begegnung an einem sonst ereignislosen faulen Tag. Aber der Reihe nach.

Der Camping hatte mir schon im Vorfeld eine SMS geschrieben, dass wir für 4$ ein Frühstückskaffee direkt zum Camper liefern lassen können. Das haben wir nun für die beiden Tage bestellt. So stand der Typ ca. 8:30 mit zwei feinen Kaffees vor unserer Türe. Das war ein guter Start in den Tag. Danach sassen wir nur faul im oder vor dem Camper. Denn am Morgen wollte das Wetter nicht so richtig mitspielen. Es regnete zeitweise sogar. Also lasen wir in unseren (elektronischen) Büchern. Am späteren Nachmittag riss es auf und die Sonne beherrschte den Himmel. So fuhren wir nochmals nach Busselton, kauften im Coles (nein, hat nichts mit dem Kaufhaus im Film “Das Wunder von Manhattan” zu tun) ein und besuchten nochmals den Jetty. Ein kleiner Apéro und die Zeit verging wie im Fluge. A apropos “fliegen”. Das war nämlich mein Ziel, heute Abend die Drohne steigen zu lassen. Und als sich die Sonne dem Horizont näherte, flog ich los. Ich konnte einige tolle Aufnahmen machen, wie ihr auf unserem YouTube-Kanal nachsehen könnt. Natürlich noch nicht so professionell, aber ganz ok. Das war einer der Gründe, wieso es das Risotto nicht auf den Spitzenplatz geschafft hat.

Nach eineinhalb Batterieladungen hatte ich genug, resp. verschwand das Licht, so dass wir uns auf den Rückweg machten. Beim Wagen angekommen, sprintete ein kleines Geschöpf über die Strasse und auf den nächsten Baum, wo es auf dem ersten Ast verharrte. Sofort packten wir unsere Handys und machten einige Fotos. Die Recherche hat ergeben, dass es sich um ein Possum (nein, kein Schreibfehler – die Amis haben die Opossum und die Aussis das Possum) oder auf Deutsch “Ringelschwanzbeutler” handelte. So konnten wir ein weiteres lokales Tier sehen, was das zweite Highlight war.

Nun steht die letze Nacht der “Südrunde” bevor, morgen geht es bereits bis etwas nördlich von Perth, wo wir die Reise an der Westküste beginnen.

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visit the dolphins

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Und schon wieder sind wir bis zu den Knien im Meer gestanden. Dieses Mal war das ganze weit weniger gefährlich. Denn wir hatten das Glück, dass beim “Dolphin Discovery Center” in Bunbury heute ein paar Delfine vorbeigeschaut haben, just als wir da waren. Denn das ist hier gar nicht garantiert. So war gestern anscheinend kein einziger der rund 15 verschiedenen Delfine, die regelmässig beim Strand vorbeischauen, da. Die Regeln waren klar: keine aktive Kontaktaufnahme, der Delfin macht sein Ding. Und so konnten wir aus nächster Nähe die Delphin-Mutter mit ihrem Kalb beobachten, wie sie rund eine viertel Stunde vor uns auf und ab geschwommen und dann wieder ihren Weg gegangen ist. Natürlich war es nicht dasselbe, wie damals unsere Kids in Florida, wo es “gefangene” (vorher verletzte und wieder aufgepäppelte) und dressierte Delfine waren, die man sogar anfassen konnte. Aber das Gefühl, dass dieses Tier freiwillig ganz nah an uns herangekommen ist, war schon gewaltig. 

Den Rest des Tages verbrachten wir mit dem Transfer nach Karrinyup und etwas Sünnele vor dem Camper. Das geplante Abendessen fiel dem fehlenden Kochgelegenheit zum Opfer und so mussten wir improvisieren. Aber auch das hat geklappt und nun beginnt morgen der Weg gegen Norden.

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Ich bin euch noch ein paar Auto-Beispiel zum Bericht “and it’s flying” schuldig. Nachdem sie sich bisher nicht gezeigt haben, sind sie auf diesem Camping praktisch in der Überzahl. Ich kann euch hier nur eine kleine Auswahl zeigen…

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really, really rough

really, really rough

7.4.: Albany -> Denmark

Wie ihr seht, fehlt es uns beim Frühstück an nichts. Von Brot (natürlich), Butter, Confi UND Honig (100% Australischen übrigens – auch nicht schlecht, Vater) über Kaffee (leider nur Schnellkaffee) bis zum Orangensaft. Sogar Philadelphia und Joghurts haben wir. Wir lassen es uns gut gehen.

Da heute nur eine kurze Strecke von rund 60 km zu fahren war, haben wir uns ein paar Ziele dazwischen ausgesucht, die wir unbedingt besuchen wollten. Bei der Durchfahrt durch Albany machten wir einen kurzen Abstecher zum “Dog-Rock”, dem steinernen Hund also. Wir werden später auf der Reise noch sehen, dass sich mit viel Phantasie doch so einiges in die “herumliegenden” Steinen interpretieren lässt. Zudem schauten wir uns kurz die alten Häuser in der Innenstadt an, die noch aus der Gründerzeit stammen, als die ersten Schiffe von Sydney her, hier landeten und die Stadt gründeten.

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Der erste Weg führte uns zu einer alten, seit 1978 stillgelegten und jetzt als Museum geführten, Walfängerstation. Ihr werdet jetzt sagen: geht gar nicht! finden wir nicht gut! Aber ich sage: mal sehen, was die Leute dazu gebracht hat, so was zu tun und was hat dazu geführt, dass schon seit vierzig Jahren hier kein Wal mehr verarbeitet wurde.

Die Einwohner von Südaustralien, waren seit Jahrhunderten vom Fischfang abhängig. Da das Land sowohl im Südosten wie auch im Südwesten an Walrouten liegt, drängten sich wohl schon vor der Kolonialzeit diese Tiere als Nahrungs- und Sachlieferanten an. Was früher noch eine lebensgefährliche Arbeit war (vergleich auch den Bericht “when boats ...”), entwickelte sich mit Innovationen und laufenden Verbesserungen der technischen Grundlagen, zu einem Massengeschäft. Früher mussten die Ruderboote an die Wale herangeführt werden, damit ein Mann VON HAND eine Harpune werfen konnte. Was der verletzte Wal dann noch anstellen konnte, das möchte ich gar nicht wissen. In der Zeit dieser Walstation aber, war die Technik schon so weit, dass die Leute via dampfbetriebener Kanone grosse und schwere Harpunen abfeuern und so auch aus einiger Entfernung einen Wal erlegen konnten. Der Wal wurde dann …. ach ich verschone euch mit den Details. Aber was die Menschen dann an Land machen mussten, das kann man sich gar nicht vorstellen – nicht nur wegen der körperlichen Anstrengung, sondern vor allem wegen den Arbeitsbedingungen. Das muss hier ja mörderisch gestunken haben. Nun, was meine Fragen zu Beginn angehen: wir haben einige Videos geschaut, wo genau diese Fragen an Crew-Mitglieder und den Leuten an Land gestellt wurde. Die Antworten waren alle gleich: was hätten wir hier sonst arbeiten sollen und unsere Familien ernähren. Das kann ich nachvollziehen, war diese Gegend doch lange (und ist wohl heute noch – siehe späteren Bericht) eine “Randregion” mit wenig bis keiner Industrie (vergleiche auch den Bericht von gestern “straight ahead“). Es ist in den Interviews zu spüren, dass sie dieser Zeit nachtrauern – heute für mich absolut nicht nachvollziehbar.

Das Ganze nahm dann ein Ende, weil die Proteste der Bevölkerung und von Greenpeace so gross wurden, dass die Regierung den Ausstieg aus dem Walfang beschloss. Die Fabrik in Albany wurde geschlossen. Wie stark es die betroffenen Mitarbeiter belastet hat, zeigt die Anekdote, dass anscheinend der Captain des letzten einlaufenden Schiffes, die Harpune in Richtung der Leitungsbüros abfeuern liess. Die ausgestellten Skelette von Walen stammen nicht von gefangen, sondern tot an Land gefundenen Exemplaren. Es ist noch eindrucksvoll, vor einem 23 m langen Tier zu stehen und zu wissen, dass dies eine KLEINE Art des Blauwals war.

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Unsere nächsten Ziele waren an der Südküste der Halbinsel unterhalb Albany. Hier ist die Natur noch Natur und ungezähmt. Schon die Kraft, die das Meer aufwenden muss, um in einem sogenannten “Blowhole” – also einer Höhle auf Meeresspiegel, die über Schlitze und Löcher im Boden darüber verbunden ist. Wenn dann das Wasser mit grosser Wucht unten reinschiesst, stösst sie die dort eingeschlossene Luft durch die Spalten und Löcher nach oben. Dies sieht (und hört man vor allem) dann. Hier die Tonaufnahmen unmittelbar beim Loch.

Etwas weiter gibt es ein Einschnitt in der Küste, in die das Wasser ebenfalls mit grosser Wucht einfliesst sowie eine “natural Bridge” eine natürlich Brücke aus Steinen. Gleich daneben ist ein wilder Küstenabschnitt. Es war eindrücklich, für einmal nicht einen schönen Sandstrand zu beobachten, sondern diese zerklüfteten Klippen. Immer wieder donnerte das Wasser an die Küste und spritzte meterhoch Gischt in die Luft. Natürlich lässt sich nicht wirklich in Bilder einfangen. Wir haben versucht euch einen Eindruck zu vermitteln, einerseits in den Bildern, andererseits in einem Video in unserem YouTube-Kanal.

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Danach machten wir uns auf den Weg nach Denmark – wohl von Dänischen Einwanderern gegründet. Leider falsch, es hat nichts mit dem Land zu tun, sondern erhielt seinen Namen nach einem gewissen Dr Alexander Denmark. Was der genau getan hat, habe ich auf die Schnelle nicht herausgefunden. Dazwischen machten wir eine Kaffeehalt und genossen einen “verlängerten” Kaffee. Ich weiss nicht, was die gute Frau geritten hat: sie füllte zwei Tassen fast bis oben mit heissem Wasser und füllte dann noch EINEN “Shot” Kaffee (für beide Tassen) ein. Damit hatten wir eine Art “amerikanischen” Brühkaffee, statt den feinen starken Kaffee, den sie eigentlich nur in kleine Tassen hätte abfüllen müssen. Aber das beste kommt noch. An der Wand hing doch tatsächlich ein Bild vom “Regenbogenfisch”. Das ist eine Kinderbuch, das ein Schweizer – Marcus Pfister – geschrieben hat. Die Dame hatte keine Ahnung, wie das Bild dahin gekommen ist und hatte auch kein Interesse mit uns darüber zu sprechen – sie war wohl mit zwei Kaffee zur gleichen Zeit schon etwas gestresst.

Nun sind wir auf dem Camping angekommen, haben wie geplant die Wäsche gewaschen (draussen angetrocknet und nun als Luftbefeuchtern im Caravan aufgehängt) und ein feines Abendessen gekocht und genossen. Hier ist wieder einmal ein Camping, auf dem die Kängurus zu Besuch kommen. Schon sehr früh war eine grosse Herde auf einem freien Stück des Campings am Weiden. Je später es wird, desto näher kommen sie. Ich hatte doch tatsächlich das Glück, endlich ein hüpfendes Känguru zu sehen und zu filmen. Zudem haben sich zwei Halbstarke einen Kampf geliefert. Auch das ist eine Situation, die wir uns gewünscht hatten. Ich habe ein kurzes Video darüber zusammengestellt (ja, heute war es etwas anstrengend…).

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Um noch einen allgemeinen Gedanken dazu zu fügen, ist es jetzt zu spät. Dafür habe ich im Outback-Bericht “Gravel road or “the real outback” das versprochene Video der “Gravel-Road-Fahrt” eingefügt. Damit ihr nicht dorthin wechseln müsst, füge ich es auch hier noch ein. Die Aufnahmen sind mit der GoPro mithilfe der von Leandro ausgeliehenen Halterung aussen am Fahrzeug aufgenommen. Dank der Stabilitätsprogramme in der Kamera sieht man gar nicht, wie wir durchgeschüttelt wurden.